
Geschichte -
China`s Großes Erbe
Als die Europäer erstmals Marco Polo`s
Reiseberichte über China lasen, hielten sie die Erzählungen für reine Phantasie. Sie
konnten sich nicht vorstellen, daß ein so weit entferntes, heidnisches Land
existierte, welches größer, reicher, stärker bevölkert und weit höher
entwickelt war als ihre eigenen Länder. Und dies mit einer Geschichte, so lang und
ereignissreich wie zusammengenommen die des alten Ägyptens, des klassischen
Griechenlands und Roms und Europas bis hin zur Renaissance.
Der Hauptunterschied aber ist sicherlich, daß China`s
Geschichte das Erbe und der Stolz eines einzigen Volkes darstellt, das glaubte, daß ihr
Herrscher, später der Kaiser, ein `Sohn des Himmels` sei, der
mittels seiner großen Weisheit und Tugend, chinesisch seines `Dse`, die ideale Ordnung
und Harmonie des Universums zu den Menschen auf die Erde bringt. Und sie waren davon
überzeugt, ihr Land sei der Mittelpunkt des gesamten Universums.
Die chinesische Kulturgeschichte beginnt etwa 5000 Jahre vor Christus, als neolithische
Chinesen in den fruchtbaren Tälern am Unterlauf des gelben und des Wei Flusses in den
heutigen Provinzen Shanxi, Hebei und Henan (siehe Karte) Siedlungen errichten, in denen
die Menschen in gut organisierten und geschützten landwirtschaftlichen Gemeinschaften
lebten. Von hier aus dehnte sich der chinesische Kulturraum unter Aufnahme von
Lokalkulturen allmählich zu seiner enormen Größe aus.
Die chinesische Geschichte läßt sich im Grunde bis zum heutigen Tage in Dynastien
unterteilen, die dem Staat jeweils auch ihren Namen gaben. Lesen Sie auf der
nächsten Seite über die ersten chinesischen Dynastien, die noch legendäre Hjsa etwa um
2000 v.Chr. und die Shang, 1766-1066 v.Chr., in deren Verlauf sich die
Schriftsprache und die ersten großen Städte entwickelten.

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